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Die richtige Ausstattung für Fahranfänger – darauf sollten Neulinge im ersten eigenen Auto achten

Wird der Führerschein erst einmal erfolgreich in den eigenen Händen gehalten, so kommt in der Regel schon kurz darauf der Kauf des ersten Autos, falls dieses nicht sogar schon direkt in der heimischen Garage wartet. Führerscheinneulinge gelten allerdings auch als besonders risikoreich und bauen verhältnismäßig viele Unfälle, dementsprechend sollte bei der Ausstattung am besten also nicht nur Wert auf Komfort oder eine ansprechende Optik gelegt werden – stattdessen spielt auch die Sicherheitsausstattung eine wichtige Rolle.

Fahranfänger als Risikogruppen

Aktuelle Studien und Auswertungen belegen immer wieder, dass gerade Fahranfänger ein deutlich höheres Unfallrisiko als erfahrenere Autofahrer haben. So lässt beispielsweise das Statistische Bundesamt verlauten, dass allein im Jahr 2010 rund 73.000 18- bis 24-Jährige im Straßenverkehr verunglückten, 690 von ihnen sogar tödlich. Drei Viertel der jungen Erwachsenen verunglückten dabei im Pkw, zudem wird gerade bei den Toten im Pkw-Bereich deutlich, dass weitaus mehr Männer betroffen sind. Wesentliche Einflüsse sind hierbei vor allem das Alter und die Unerfahrenheit, so die Projektgruppe „Begleitetes Fahren“, die sich für einen fahrpraxisbezogenen Maßnahmenansatz zur Verringerung des Unfallrisikos junger Fahranfänger stark macht.

  • Die geringe Fahrpraxis sorgt demnach dafür, dass Fahranfänger weitaus mehr Aufmerksamkeit für die Handhabung des Autos aufbringen müssen, damit plötzlich auftretende Risiken rechtzeitig erkannt werden und eine angemessen Reaktion erfolgen kann.
  • Bezüglich des Alters kommen außerdem verschiedene Faktoren hinzu, die allesamt als sogenanntes Jugendlichkeitsrisiko bezeichnet werden. Demnach sorgen beispielsweise ein altersspezifischer Lebensstil oder die sich noch entwickelnde Persönlichkeit dafür, dass ein höheres Risiko besteht, beispielsweise durch die Uhrzeit der Fahrten, die Fahrtziele oder die Mitfahrer.
Unfallanalysen verdeutlichen zudem, dass die höchste Gefahr direkt zu Beginn des Allein-Fahrens besteht. Je mehr Erfahrung dann im Laufe der Zeit gesammelt wird, desto geringer wird auch das Unfallrisiko. Schon nach neun Monaten soll es sich demnach bereits halbiert haben und nach rund zweieinhalb Jahren liegt es lediglich noch bei etwa 10 Prozent. Gerade dieser schnelle Rückgang zeigt, wie wichtig regelmäßige Fahrpraxis ist, in diesem Zuge sind demnach also auch Maßnahmen wie das begleitete Fahren ab 17 durchaus sinnvoll.

Fahren trotz Risiko?

Natürlich möchten Fahranfänger trotz all dieser Risiken nicht auf ihre neu erworbenen Rechte und Möglichkeiten verzichten, eine gute Sicherheitsausrüstung sollte aber in jedem Fall bedacht werden. Grundsätzlich gilt dabei, dass die Ausstattung meist umso besser ist, je neuer ein Wagen ist. Viele Merkmale sind zudem bereits seit Jahren Standard, sodass Käufer sich bezüglich dieser Punkte kaum noch Sorgen machen müssen. Dazu gehört beispielsweise das Antiblockiersystem (ABS), welches in nahezu jedem ansatzweisen modernen Auto verbaut ist ? Grund dafür ist auch eine Selbstverpflichtung der Autohersteller aus dem Jahre 2004, die den Einbau gewährleistet. Ebenfalls häufig vertreten ist außerdem der Schleuderschutz ESP, welcher unter den Herstellern allerdings auch unterschiedliche Bezeichnungen innehat, bei BMW heißt er etwa DSC, bei Toyota andererseits VSC. Wenngleich der Schleuderschutz mittlerweile bereits sehr verbreitet ist, so ist er allerdings erst seit 2010 bei allen Neufahrzeugen Pflicht, Kaufinteressenten sollten daher also besser noch einmal ganz genau hinschauen.

Airbags

Rückhaltesysteme im Auto sind ein nicht zu vernachlässigender Aspekt, insbesondere dann, wenn es trotz Schleuderschutz doch einmal zum Unfall kommen sollte. Pflicht sind diesbezüglich natürlich die Sicherheitsgurte, bei Airbags verhält sich die Sache hingegen etwas anders. Denn die luftgefüllten Säcke sind gesetzlich nicht vorgeschrieben und gerade ältere Modelle könnten daher mitunter auf sie verzichten. Zwar bestätigt der ADAC, dass bereits im Jahr 1996 etwa 83 Prozent aller Neuwagen einen Fahrer- und meist auch einen Beifahrerairbag besaßen, Seitenairbags sind allerdings noch immer vergleichsweise selten anzutreffen. Während Fronairbags sehr wichtig sind, da die häufigste Unfallart der Frontalcrash ist, so verfügt die Idealausstattung also am besten direkt über sechs Airbags.

Was für ein Fahrzeug soll es sein?

Neben der Sicherheitsausstattung stellen sich für Autokäufer allerdings noch etliche weitere Fragen, wenn es um das erste eigene Fahrzeug geht. So muss beispielsweise auch die Entscheidung getroffen werden, ob es sich um einen Kleinwagen oder doch lieber eine Limousine handeln soll, aber auch Faktoren wie Schaltung oder Automatik oder die Anzahl der Türen sind wichtig. Da es sich hierbei um grundlegende Entscheidungen handelt, sollten diese also bestenfalls gut durchdacht und realistisch betrachtet werden, bevor es an den Autokauf geht.

  • Wie viele Menschen werden regelmäßig mit dem Auto fahren?
  • Müssen neben Einkäufen vielleicht auch immer wieder Personen transportiert werden und wie wichtig ist der Kofferraum?
  • Wird das Fahrzeug vor allem im Stadtverkehr genutzt oder sollen auch größere Strecken überwunden werden?
Des Weiteren stehen sicherlich noch Punkte wie Motorleistung oder Beschleunigung auf der Agenda, diese sind für viele Fahrer allerdings weniger ausschlaggebend, sofern es sich nicht germain_shadow0ade um echte Autonarren handelt. Fahranfänger sollten sich für ihren ersten Autokauf daher am besten eine Liste von Stichpunkten machen, auf denen die wichtigsten Merkmale des Fahrzeugs festgehalten werden. Die Suche nach dem richtigen Fahrzeugtyp gestaltet sich so oftmals doch bedeutend einfacher, zudem lassen sich auf diese Weise auch einzelne Fahrzeugmodelle der Hersteller miteinander vergleichen. Geht es dann schließlich an die Suche selbst, so muss außerdem nicht zwangsläufig beim örtlichen Fachmann vorbeigeschaut werden, denn häufig bieten gerade Onlinebörsen wie Autoscout24 ein deutlich größeres Sortiment, in dem für nahezu jedes Budget etwas Passendes gefunden werden kann. Sollte die Wahl hier jedoch auch auf einen Gebrauchtwagen fallen, so müssen Käufer nochmals besonders genau hinschauen. Denn zweifellos nützt selbst die beste Sicherheitsausstattung nichts, wenn das Fahrzeug selbst unsicher ist und womöglich über abgefahrene Reifen, einen verrosteten Motor oder ein Leck im Tank verfügt. Folgende Punkte sind daher ebenfalls zu berücksichtigen:
  • Ein Gebrauchtwagen sollte über eine frische HU-Plakette verfügen, denn diese gewährleistet zumindest, dass keine wirklich gefährlichen Mängel vorhanden sind.
  • Der Check beim Fachmann kann sich lohnen, beispielsweise bei einer Prüforganisation oder einem Automobilclub. Rund 100? müssen dafür allerdings eingeplant werden.
  • Wer auf Nummer sicher gehen will, der kann darüber hinaus außerdem von einem Fahrsicherheitstraining Gebrauch machen ? so ist letztendlich nicht nur das Fahrzeug sicher, sondern ebenso der Fahrer selbst.

Abbildung 1: Commons.wikimedia.org © Zoidy (CC0 1.0)
Abbildung 2: Commons.wikimedia.org © Pineapple fez CC BY-SA 3.0
Abbildung 3: pixabay.com © redplum (CC0 1.0)



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